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Warum
Ich
ging zu einer Party, Mami, und dachte an Deine Worte.
Du
hattest mich gebeten, nicht zu trinken, und so trank ich keinen Alkohol.
Ich fühlte mich ganz stolz, Mami, genauso, wie Du es
vorhergesagt hattest.
Ich
habe vor dem Fahren nichts getrunken, Mami, auch wenn die anderen sich
mokierten.
Ich weiß, dass es richtig war, Mami, und dass Du immer recht
hast.
Die
Party geht langsam zu Ende, Mami, und alle fahren weg.
Als ich in mein Auto stieg, Mami, wusste ich, dass ich heil nach
Hause kommen würde:
aufgrund
Deiner Erziehung - so verantwortungsvoll und fein.
Ich fuhr langsam an, Mami, und bog in die Strasse ein.
Aber
der andere Fahrer sah mich nicht, und sein Wagen traf mich mit voller
Wucht.
Als ich auf dem Bürgersteig lag, Mami, hörte ich den
Polizisten sagen,
der
andere sei betrunken. Und nun bin ich diejenige, die dafür büßen
muss.
Ich liege hier im Sterben, Mami, ach bitte, komm' doch schnell.
Wie
konnte mir das passieren? Mein Leben zerplatzt wie ein Luftballon.
Ringsherum ist alles voll Blut, Mami, das meiste ist von mir.
Ich höre den Arzt sagen,
Mami,
dass es keine Hilfe mehr für mich gibt.
Ich wollte Dir nur sagen, Mami, ich schwöre es, ich habe
wirklich nichts getrunken.
Es
waren die anderen, Mami, die haben einfach nicht nachgedacht.
Er war wahrscheinlich auf der gleichen Party wie ich, Mami.
Der
einzige Unterschied ist nur: Er hat getrunken, und ich werde sterben.
Warum trinken die Menschen, Mami? Es kann das ganze Leben
ruinieren.
Ich
habe jetzt starke Schmerzen, wie Messerstiche so scharf.
Der Mann, der mich angefahren hat, Mami, läuft herum, und ich
liege hier im Sterben.
Er
guckt nur dumm.
Sag' meinem Bruder, dass er nicht weinen soll, Mami. Und Papi
soll tapfer sein.
Und
wenn ich dann im Himmel bin, Mami, schreibt "Papis Mädchen"
auf meinen Grabstein.
Jemand hätte es ihm sagen sollen, Mami, nicht trinken und dann
fahren.
Wenn
man ihm das gesagt hätte, Mami, würde ich noch leben.
Mein Atem wird kürzer, Mami, ich habe große Angst. Bitte,
weine nicht um mich, Mami.
Du
warst immer da, wenn ich Dich brauchte.
Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mami, bevor ich von hier
fortgehe:
Ich
habe nicht vor dem Fahren getrunken, warum bin ich diejenige, die
sterben muss?
Dieses
Gedicht wurde an einer High School in den USA in Umlauf gebracht, als in
der Woche zuvor zwei Schüler durch einen Autounfall getötet wurden. Es
soll zum Nachdenken anregen.
–
selbständig, schön, sexy, glücklich
und
die Zukunft vor sich !!
Jaqui
rief ihren Vater aus Austin/Texas an. Sie wollte am Samstag zu einer
Geburtstagsparty fahren, die außerhalb der Stadt am Lake Travis
stattfand.
Das
Geburtstagskind, ein Junge aus Venezuela, hatte versprochen, sie
abzuholen.
Ihr
Vater fand die Idee nicht so toll und sagte ihr, dass er gern auch ein
Taxi bezahlen würde.
Auch
falls sie länger bliebe.
Jaqui
war seit über einem Monat in Austin. Sie studierte Englisch an einer
privaten Schule, unweit der Universität von Texas. Sie war sehr selbständig
und glücklich darüber und dachte bereits daran, noch ein Semester länger
zu bleiben.

Am
frühen Sonntagmorgen, am 19. September 1999, waren Jaqueline
(20 Jahre alt) und vier ihrer Freunde auf dem Heimweg von der
Geburtstagsparty.
Reggie
Stephens, ein 18 jähriger Star-Football-Spieler, war auch auf dem
Heimweg.
Er
hatte mit Freunden ein paar Bier getrunken. Auf einer dunklen Strasse,
irgendwo außerhalb von Austin, rammte Reggies
Auto den Wagen,
in dem Jaqueline und ihre Freunde saßen.
Zwei
der Insassen des Autos starben noch am Unfallort und zwei weiter wurden
gerettet.
Innerhalb
weniger Minuten fing das Auto an zu brennen. Jaqui war auf dem
Beifahrersitz festgeschnallt. Ihr Körper wurde zu 60
% verbrannt.
Die
Front von Natalies Auto war verdreht und gefaltet wie ein Akkordeon.
Zerbrochene Scheiben waren über die ganze Strasse verteilt. Im vorderen
Teil des Wagens versuchte Jaqueline, sich freizukämpfen. Sie war
zwischen Beifahrersitz und Armaturenbrett eingeklemmt. Flammen aus dem
Motorraum fingen an, sich in Richtung ihres Gesichtes vorzuarbeiten.
Neben
ihr, auf dem Fahrersitz saß ihre Freundin Natalia. Sie war tot und
gegen das Lenkrad geschleudert. Auf dem Boden des Rücksitzes lag Laura,
zusammengerollt wie eine Kugel, ebenfalls tot.
Die
anderen beiden auf dem Rücksitz, Johanna und Johan waren benommen und
verletzt.
Die
Flammen kamen immer näher an Jaquelines Gesicht heran.
Sie
versuchte ihnen auszuweichen und sich mit ihrem gebrochenen rechten Arm
zu schützen. Sie versuchte weiter, ihr Gesicht von den Flammen
wegzudrehen, konnte sich aber nicht weit genug umdrehen.
Flammen
schlossen sie ein. Ihre Nase und ihre Ohren verbrannten, brennende
Haarsträhnen fielen herab. Sie begann zu jammern.
Die
Rettungssanitäter hatten so ein Bild nie zuvor gesehen. So viele Geräusche
auf einmal. Leid und Verzweiflung. Terror und Hoffnungslosigkeit. "
Oh mein Gott, ich brenne!" Jaquelines schmerzvolles Geschrei
schien unendlich lange anzuhalten. Mit einem Mal hörten ihre
Schmerzensschreie auf. Sie fiel vornüber in die Flammen. Ihr Kopf fiel
auf den rechten Arm.
Die
Feuerwehr musste die Tür mit der Rettungsschere aufschneiden. Sie hüllten
Jaqueline in Tücher ein und versuchten sie aus dem Auto zu befreien.
Aber sie klebte förmlich am Sitz fest. Ganz langsam und vorsichtig
konnten sie sie befreien.
Die Feuerwehr
bestätigte, das Jaqueline
mindestens 45 Sekunden lang komplett in
Flammen stand.

Die
Rettungsmannschaften mussten die Rettungsschere benutzen, um das Auto,
das von Natalia Chpytchak gefahren
wurde, zugänglich zu
machen.
Die
Fahrerin starb.
Jaqueline
saß auf dem Beifahrersitz, Laura Guerrero, die ebenfalls starb, saß
mit Johanna Gil und Johan Daal auf dem Rücksitz. Die
beiden wurden auch schwer verletzt.
Am
4.Dezember 1999, 3 Monate nach dem Unfall, stand Jaqueline immer noch
unter schweren Medikamenten und war blind. Sie
konnte nur teilweise die Realität wahrnehmen.
Sie
konnte nur teilweise ihren Körper ein wenig kontrollieren. Ihre Muskeln
waren wegen der monatelangen Ruhe erschlafft.

Monat
für Monat, schmerzerfüllte Monate, arbeitet Jaqueline sich zur Unabhängigkeit
voran. Bald
konnte sie sich das Gesicht ohne Hilfe mit einem Waschlappen waschen.
Sie
hofft, mehr von ihrer Sehkraft wiederzuerlangen.
Bevor
in diesem Jahr ihr linkes Auge in einer weiteren Operation mit einem
Hautlappen versehen wurde, konnte sie nur Schatten erkennen.
Narben
bedecken ihren Körper bis zu den Knien. Unterhalb der Knie wurde sie
wegen ihrer Körpergröße nicht verbrannt. Sie hat es gelernt, ihre Füße
wie Hände zu benutzen. Ihre Zehen testen die Weichheit einer Decke oder
die Temperatur des Duschwassers.
Ihre
Finger sind zwischen Fingerknöcheln und dem ersten Gelenk
amputiert. An der rechten Hand sind sie wie ein Handschuh
zusammengewachsen.
Wegen
Nervenschädigungen sind einige Teile ihres Körpers taub. Mit dem
rechten Handballen kann sie einige Strukturen ertasten. In ihrer linken
Hand fühlt sie nur die Nadelstiche der Untersuchungen - "das fühlt
sich an wie tausend Nadeln" sagt sie. Ihre Hände schmerzen täglich,
aber Jaqui nimmt keine Schmerzmittel.
Einige
Kinder schreien auf. Einige starren sie an. Einige fragen ihre Mütter,
was passiert ist. Einige laufen weg, einige folgen ihr. Einmal kam im
Supermarkt ein Junge auf sie zu und sagte "MONSTER". Es ist
noch viel schlimmer, wenn die Kinder anfangen zu weinen. "Innen
drin fühle ich mich wie ein ganz normaler Mensch" sagt Jaqui.
Fragen verfolgen sie.
Werde
ich jemals unabhängig sein? Werde ich jemals normal sein? Warum ich?
Jeden Tag kann sie entweder im Bett bleiben oder aufstehen und
weitermachen. "Du suchst es Dir aus" sagt sie.
Und
jeden Tag ist ihr Vater Amadeo da, um sie zu beruhigen, anzuspornen,
Vorwärtszubringen.. "Er ist ein Engel" sagt sie. Zusammen
stehen sie die Fragen und das Angestarrt werden durch. Sie versteht,
warum die Leute schauen. Sie sind neugierig. Jaqui ist auch neugierig.
Sie will wissen, wie sie aussieht.....
Im
Juni 2001 wurde Reggie Stephens wegen fahrlässiger Tötung unter
Alkoholeinfluss in zwei Fällen zu 7 Jahren Haft und einer Geldstrafe
von 20 000 US Dollar verurteilt. Er wurde an seinem 20.ten Geburtstag
wegen der Tode von Laura Guerrero und Natalia Chpytchak Bennet
verurteilt. 2005 kann er eventuell vorzeitig entlassen werden. Er und
Jaqueline spielen in einen "Dont drink and drive" Video der
Polizei mit.
Der
Schaden, den er angerichtet hat, ist ein Schmerz, der niemals vergeht,
sagt er...
Niemand
glaubte, dass Jaqui überleben würde, aber sie tat es. Ihre Hände
waren so schrecklich verbrannt, dass sie sie nie mehr benutzen kann.
Sie
verlor ihr Haar, Ihre Ohren, ihre Nase, ihr linkes Augenlid und viel
ihrer Sehkraft. Bisher hatte sie über 40 Operationen und es werden noch
viele mehr folgen !!!!!!!!!
Betrunkene
Fahrer, tun nicht nur den Menschen weh, die sie anfahren, sagt Jaqui.
Sie fügen auch jedem, der die verletzte oder getötete Person kennt,
Schmerzen zu.
"Schaut
mich an" sagt sie herausfordernd zu den Zuschauern, " und dann
fragt Euch, ob es wirklich gut ist, Alkohol zu trinken wenn ihr
fahrt."
"Ich
habe mein altes Leben geliebt" sagt Jaqueline an einer Stelle.
"Ich fühlte mich fähig, alles zu tun. Jetzt hingegen fühlt sich
meine Seele eingesperrt. So als ob sie ganz stark ist und raus möchte"
Aber
so sieht jetzt mein Leben aus und ich versuche, es zu meistern.

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