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Erotische
Geschichten

Joannas Geschichte
Obwohl sie es so
eilig hatte, dass es schon fast auf Sekunden ankam, nahm sich Joanna
dennoch die Zeit, um Papiere auf ihrem Schreibtisch zu ordnen und drei
Stapel daraus zu bilden. "Wir Armen, die wir unter dem Joch der
eigenen Ordnungsliebe keuchen...", murmelte sie, während sie jeden
der drei Stapel so lange auf der Schreibtischplatte zurecht klopfte, bis
alle Papiere fein säuberlich aufeinander lagen.
Als sie eilig ihr
Büro verließ und in den kühlen Novemberabend hinaustrat, war sie
schon einige Minuten verspätet. Schleunigst machte sie sich auf den Weg
zu der französischen Konditorei am oberen Ende der Straße. Während
sie dahin eilte, machte sie sich darüber Gedanken, was sie zu der
Cocktailparty tragen würde, zu der sie heute Abend eingeladen war.
In der Bäckerei
roch es nach frisch gebackenem Kuchen und Rumtorte. Der Duft war so
überwältigend, dass Joanna all ihre Energie zusammenreißen musste, um
nicht sofort ein Stück der heiß geliebten Buttertorte mit Mandeln zu
erstehen und es an Ort und Stelle zu verzehren. Statt dessen entschied
sie sich äußerlich gelassen für ein halbes Pfund delikater
Meringue-Kekse ( laut Kalorientabelle 27 pro Keks, erinnerte sie sich).
Dann machte sie sich auf zu ihrem nächsten Ziel, einer
Hähnchenbraterei. " Vier Hühnerbrüste und zwei Keulen",
sagte sie zu der Verkäuferin. "Geht in Ordnung, meine Liebe! Wie
immer besonders knusprig?" Joanna nickte bestätigend. Sie klemmte
die rot-weiß gestreifte Tüte unter den Arm und machte sich auf den
Heimweg. Bisher hatte sie ihren Zeitplan um knapp zehn Minuten
überschritten. Es war inzwischen achtzehn Uhr fünfzehn. Um halb acht
wollte sich sich mit Michael auf der Cocktailparty der Crawfords
treffen. Aber vorher gab es noch eine Menge zu erledigen.
Joanna warf einen
prüfenden Blick ins Eisfach, um zu sehen, wie es um den Inhalt stand.
Sie entkorkte die Flasche mit dem speziellen Chianti, versteckte sie
gemeinsam mit einem kleinen Päckchen aus dem Blumenladen im
Küchenschrank, öffnete sodann den Deckel eines kleinen geflochtenen
Weidenkorbes, kleidete ihn mit einem rot und weiß gemusterten Tuch aus,
versteckte das Ganze unter dem Spülbecken und placierte schließlich
zwölf kleine Kerzen auf Untertassen am äußeren Rand der
Treppenstufen, die zu ihrem Schlafzimmer hinauf führten. Schon am
Morgen hatte sie ihr Bett frisch bezogen. sie entnahm einer Kommode zwei
weitere geblümte Bettlaken und verstaute einen eckigen Gegenstand unter
dem Kopfkissen. In diesem Augenblick klingelte das Telefon.
"Hallo?... Ach, du bist´s, Frank... Ja, ich hab dich aus dem Büro
angerufen, um dir noch einmal die Uhrzeit für unsere Verabredung zu
bestätigen. Wahrscheinlich sind wir gegen acht Uhr dreißig zurück.
Wenn du um viertel vor neun hier sein könntest, klappt alles bestimmt
bestens. Du brauchst nur zu klingeln. Das Geld stecke ich dir heimlich
in die Jackentasche. Bis später."
Joanna nahm eilig
eine Dusche, legte frische Handtücher bereit, machte rasch noch das
Waschbecken sauber, besprühte sich selbst mit ein wenig Chanel Nr. 19
und vergaß auch nicht, die Badetücher damit zu parfümieren. Ihrem
Make-up und ihrer Frisur widmete sie sich sodann mit besonderer
Sorgfalt, und als sie damit fertig war, schlüpfte sie in ein
burgunderrotes Seidenkleid und zog ein Paar hochhackige Schuhe mit
Riemchen um die Fesseln an, die besonders sexy wirkten. Nicht übel,
musste sie sich selbst eingestehen, als sie einen prüfenden Blick in
den Spiegel warf. Sie war mit sich selbst zufrieden, weil sie den
Versuchungen in der Konditorei so erfolgreich widerstanden hatte. Schon
wollte sie den Mantel anziehen, als sie kurz zögerte und dann ins
Schlafzimmer ging, wo sie ihre Strumpfhose auszog und statt dessen
Strümpfe mit einer schmalen schwarzen Naht und ein zartes Gedicht von
einem weißen Strumpfhalter aus Satin anlegte.
Punkt halb acht
war sie bei den Crawfords. Michael erwartete sie schon. "Hallo,
Liebste!" sagte er und gab ihr einen Kuss. "Du siehst heute
Abend wunderbar aus, besonders deine Beine." Dabei grinste er
verschmitzt. "Meine Mutter sagte immer zu mir, dass Strümpfe enorm
wichtig sind, wenn man sexy sein will. Mehr wollte sie nie sagen. Ich
freue mich, dass du so genau hinschaust. Eigentlich hatte ich geglaubt,
dass einem immer weniger auffällt, je länger man zusammen lebt."
"Bei mir wird das nie so sein", gelobte Michael feierlich.
"Aber komm, wir müssen uns jetzt um unsere Bekannten kümmern.
Sonst glauben die noch, wir seien verliebt. Übrigens, sollten wir
Norman und Alexandra nicht zu einem kleinen Imbiss einladen, sobald dies
hier vorbei ist?" "Ich habe morgen einen harten Tag vor mir
und würde lieber nach Hause gehen, wenn du nichts dagegen hast. Wir
können ja vor dem Schlafengehen noch ein Brot essen und einen Schluck
Wein trinken." "Von mir aus gerne." Gegen acht Uhr
zwanzig verabschiedeten sich Joanna und Michael. Den kurzen Heimweg
legten sie zu Fuß zurück.
"Oh,
Michael, wir haben keine Milch zum Frühstück. Ob du wohl noch welche
besorgen könntest? Ich laufe derweil nach Hause, weil ich ganz dringend
mal muss." "Na klar, ich komme in ein paar Minuten nach."
Während Michael
in entgegen gesetzter Richtung davon ging, stürzte Joanna im
Laufschritt ins Haus, entzündete ein Streichholz und hielt es an jede
einzelne Kerze auf der Treppe. Dann betrat sie das Schlafzimmer, zog
sich ganz aus, bis auf den Strumpfhalter und die Strümpfe, und hüllte
sich in einen seidenen Kimono. Als Michael zur Tür herein trat, empfing
sie ihn so gekleidet oben auf der Treppe. "Was geht hier vor? Hast
du eine Ladung Kerzen im Ausverkauf erstanden?" fragte er scheinbar
verblüfft, musste aber wider Willen dabei lachen. "Warte nur, ich
werde dir schon einheizen!" erwiderte Joanna und versuchte dabei
möglichst brav und naiv auszusehen. "Warum ziehst du dir nicht
selbst etwas Bequemeres an? Wir können dann noch zusammen ein Gläschen
trinken."
Während sich
Michael oben im Schlafzimmer umzog, wurde unten an der Haustür
geklingelt. Joanna öffnete und ließ Frank eintreten. "Hallo
Frank!" sagte sie. "Michael ist oben, er zieht sich gerade um.
Bleibst du noch ein Weilchen hier im Flur, wo er dich nicht sieht, wenn
er gleich zu mir ins Wohnzimmer herunter kommt, gehst du geradewegs ins
Schlafzimmer und bereitest alles vor." "Wer war das?"
wollte Michael wissen, als er wenig später das Wohnzimmer betrat.
"Ach, das war nur ein Junge, der sich in der Tür geirrt hatte.
Komm setz dich zu mir. Ich mach uns gleich eine Kleinigkeit zum
Essen." "Hör zu, Joanna, irgendwas geht hier doch
vor..." "Wenn du dich noch ein paar Minuten geduldest,
erfährst du alles." "Erfahre ich was?" "Auf welche
Weise ich dich zu verführen gedenke!" "Dafür ist es aber
auch höchste Zeit!"
Nach ein paar
Minuten nahm Joanna ihren Michael bei der Hand und führte ihn ins
Schlafzimmer hinauf, wo Frank inzwischen einen mit geblümten Bettlaken
bezogenen Tisch aufgebaut hatte.
"Michael,
ich möchte dir Frank Bosco vorstellen. Er wird dir gleich eine Massage
verpassen", klärte Joanna den verblüfften Michael auf. Dann
machte sie es sich als Zuschauerin auf dem Bett bequem.
Später, als
Frank schon gegangen war, sagte Michael zu Joanna: "Ich fühle
mich, als wäre ich gestorben und direkt in den Himmel gekommen. Eine
Massage bei uns daheim! Das ist eine der hübschesten Sachen, die sich
jemals ein Mensch für mich ausgedacht hat!" "Warte nur, das
ist noch nicht alles! Willst du es dir nicht im Bett gemütlich machen
und abwarten, was als nächstes geschieht?"
Joanna verschwand
in der Küche und kam gleich darauf mit dem Weidenkörbchen in der einen und
der Weinflasche in der anderen Hand zurück. An der Flasche hatte sie
ein Sträußchen frischer Gänseblümchen befestigt. In dem Korb
befanden sich ein knuspriges Brot, das besonders leckere kalte Huhn,
geeiste Karotten- und Selleriescheiben, zwei riesige Servietten und zwei
kristallene Gläser. "Es ist alles bereit für dein
Lieblingsessen", verkündete Joanna, während sie eine Platte von
Frank Sinatra auflegte, die sie beide besonders gern mochten. "Bei
der Gelegenheit möchte ich dir auch sagen, dass ich dich sehr, sehr
lieb habe!"
Die nächste
Stunde verbrachten die beiden mit viel Lachen, Necken, Küssen und
natürlich auch mit essen. Joanna stand nur einmal auf, um den Nachtisch
aus der Küche zu holen. Nachdem sie vier Portionen von dem köstlichen
und zugleich kalorienarmen, hausgemachten Zitroneneis und zehn
Meringue-Kekse verdrückt hatten, machte sich Joanna in aller Ruhe
daran, die Reste des abendlichen Mahles abzuräumen. Die Stereoanlage
schaltete sie aus und entzündete statt dessen eine einzige Kerze.
Graziös ließ sie ihren Kimono zu Boden gleiten, ergriff Michael an der
Hand und schlug gleichzeitig mit der anderen Hand das frisch bezogene
Bett auf. Als Michael sich auf ihr Zeichen hin eng an sie gekuschelt
hatte, griff sie unter das Kopfkissen und zog ein dickes Buch hervor,
das an mehreren Stellen durch Lesezeichen markiert war. Sie schlug es
auf und begann langsam mit sanfter Stimme zu lesen:
"Wie du
selbst weißt, meine Liebste, verwende ich beim Reden nie irgendwelche
obszönen Ausdrücke. In Gegenwart anderer Menschen hast du mich nie ein
ungehöriges Wort sagen hören, nicht wahr? Wenn andere Männer sich in
meiner Gegenwart ihre schmierigen, lüsternen Geschichtchen erzählen,
entlockt mir das kaum ein Lächeln. Du hingegen scheinst mich in ein
wildes Tier zu verwandeln. Du selbst warst es, du ungezogenes,
schamloses Mädchen, das mich auf diesen Weg brachte. Nicht ich war es,
der dich damals in Ringsend zuerst berührte, sondern du stecktest eine
Hand in meine Hose und..."
"Wer ist die
Frau?" wollte Michael wissen.
"...und
schobst mein Hemd sacht beiseite. Dann berührtest du mit deinen langen,
kitzligen Fingern meinen Schwanz, zuerst ganz sacht und dann immer
fordernder... Dabei vernahm ich erstmals, wie deinen Lippen ein
obszönes Wort entfuhr. Ich erinnere mich genau an jene Nacht in Pola.
Du hattest es satt, unter einem Mann zu liegen. Heftig rissest du dir
das Nachthemd vom Leibe und setztest dich auf mich, um mich
splitternackt zu reiten. Du stecktest meinen Schwanz in deine Möse und
bewegtest dich auf und nieder wie beim Reiten..."
"Die weiß,
was sie will!" ließ sich Michael vernehmen.
"Du
sagst, du würdest mich nach meiner Rückkehr leer saugen", las
Joanna weiter, ohne auf Michael einzugehen. "Du willst mich
saugen und blasen, und ich soll deine Möse lecken, du verkommenes
Luder! Dabei hoffe ich, dass du dich irgendwann, wenn ich in den
Kleidern einschlafe, mit einem lüsternen Glänzen in deinen
schläfrigen Augen über mich her machst, Ganz sacht Knopf für Knopf
meiner Hose öffnest, um den dicken Schwengel deines Liebsten behutsam
hervor zu holen, ihn zwischen deine feuchten Lippen zu schieben und
daran zu saugen, bis er immer dicker und steifer wird und sich
schließlich in deinem Mund ergießt."
"Wer sind
diese Leute? Was für tolle Sachen die da miteinander treiben!
Joanna..." "Wenn du es genau wissen willst", sagte Joanna
und schloss das Buch, "so handelt es sich um einen der
berühmtesten Schriftsteller englischer Sprache, der so an eine Frau
schreibt, in die er heftig verliebt ist. Er befand sich damals in
Italien und sie in Irland. Man schrieb das Jahr 1909. Bei dem Buch
handelt es sich um nichts Geringeres als um die Briefe von James Joyce.
Aber", meinte Joanna, während sie Michael auf das Ohr küsste und
nach oben langte, um die Leselampe auszuknipsen, "eine Berührung
ist mehr wert als tausend Briefe. Das wusste jene Nora ganz genau."
Das Zimmer wurde nur noch vom Schein einer einzigen Kerze erhellt, die
tanzende Schatten auf die Decke zauberte.
"Und
jetzt", sagte Joanna zu Michael, "werde ich dir zeigen, wie
ich dich liebe."
Ende
Ich hoffe die
Geschichte von Joanna und Michael hat euch genauso gut gefallen wie mir.
Ich finde das ist Romantik pur. Übrigens es soll sich hierbei um eine
wahre Geschichte handeln.

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