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Erotische
Geschichten

Diese erotischen
Geschichten habe ich in einem Buch gefunden und sie haben mir sehr gut
gefallen. Vielleicht gefallen sie euch ja auch...
Die Geschichte
von Michael
"Nein
danke", sagte der Mann zu meiner Rechten, als unsere Gastgeberin
ihm vom köstlichsten Dessert anbot, das ich je zu Gesicht bekommen
hatte. Während ich mich mit Gusto (und Selbstvorwürfen) über die
Schlagsahne hermachte, vernahm ich neben mir ein kaum hörbares
Stöhnen. "O
Gott, nur ein Löffelchen!" flehte der Mann an meiner Seite, und
die Gabel in seiner zitternden Hand zielte schon auf meinen
Dessertteller. "Sie
machen doch wohl keine Abmagerungskur? Dabei haben Sie bestimmt keine
Gewichtsprobleme, Sie Glücklicher! Sie kamen bestimmt schon schlank und
hoch gewachsen zur Welt", erwiderte ich und versuchte nicht zu
lächeln. Da ich meine Diät sowieso mal wieder hatte sausen lassen, war
ich finster entschlossen, den leckeren Nachtisch ganz für mich zu
behalten. "In
mir steckt ein kleiner dicker Kerl, der sich die Kehle aus dem Hals
schreit und nur darauf wartet, losgelassen zu werden", sagte mein
Tischnachbar mit ungespieltem Ernst. "Wenn Sie wüssten, welche
Qualen ich erdulde! Speiseeis verboten... Schlagsahne strengstens
untersagt..." "Wenn Sie wüssten, wie gut ich Sie
verstehe", unterbrach ich ihn. Mir gefiel sofort an ihm, dass er
seine Schwächen ohne weiteres zugab. "Nach Süßigkeiten bin ich
ganz verrückt", sagte er, während ich ihm mein Tellerchen mit dem
Rest der leckeren Nachspeise hinschob. Wenig später saßen wir schon
vor der zweiten Tasse Kaffee (schwarz und ungesüßt). Wir redeten und
lachten nonstop, und die nächsten beiden Stunden vergingen wie im
Fluge. Ich hatte ihn erst heute Abend kennen gelernt und hoffte, er
würde den Wunsch äußern, mich wieder zu sehen. Als wir uns
voneinander verabschiedeten, sagte er:" Wollen wir nicht den Rest
des angebrochenen Abends bei mir zu Hause verbringen?" Ich gab mir
Mühe, lässig und weltgewandt zu wirken, wie eine Frau, der so etwas
unfehlbar bei jeder Dinnerparty passierte. "Sehr gerne, aber
vielleicht sollten wir uns vorher zu einem kalorienarmen Abendessen
treffen, meinen Sie nicht?" "Einverstanden. Wie wär`s mit
Donnerstag?" "Falls schon irgend etwas anderes in meinem
Terminkalender steht, lasse ich es Ihretwegen sausen", erwiderte
ich ganz lieb und brav.
Für das
Stelldichein am Donnerstag Abend richtete ich mich mit äußerster
Sorgfalt her. Ich nahm eine Dusche, puderte mich, verbrauchte eine Menge
eines sündhaft teuren Parfums (Eau de Cologne tat es nicht für diesen
Mann), schlüpfte in ein reinseidenes Höschen für besondere Anlässe,
verkniff mir das Frühstück und tat alles, um so attraktiv zu sein, wie
es das Schicksal mir vergönnt hatte. Als ich das Restaurant betrat,
geleitete mich der Maitre sogleich zu "Mr. Evans Tisch" und
rückte mir den Stuhl zurecht. "Für Sie habe ich zwei
Erbsenschoten und ein Soufflè aus einem einzigen Wachtelei
bestellt", verkündete Michael mit ausdruckslosem Gesicht, während
er mir Champagner einschenkte. Später, als wir uns schon an einem
sündhaften Dessert gelabt hatten und vor der zweiten Tasse Espresso
saßen, willigte ich ein, das nächste Wochenende mit ihm zu verbringen.
Als ich am
gleichen Abend daheim mit mir Zwiesprache hielt und zauderte, ob ich das
Risiko eingehen sollte, mit einem fast gänzlich unbekannten Mann das
Wochenende zu verbringen, rief mich Michael an, um mir zu sagen, wie
sehr er sich darauf freue, mich schon morgen Abend um acht wieder zu
sehen.
Ich wusch mein
Haar mit einem Mittel, das angeblich eine besonders große Tiefenwirkung
hatte, und machte mich daran, ein wenig Arbeit durch zu sehen, die ich
mit nach Hause genommen hatte. Da hörte ich, wie unten etwas mit einem
kratzenden Geräusch durch den Briefschlitz in der Haustür geschoben
wurde. Vor der Tür lag ein blassgrauer Briefumschlag, auf den jemand
mit der Hand meinen Namen geschrieben hatte. Das Kuvert enthielt einen
einzelnen Schlüssel und eine kurze Mitteilung:
Liebe Joanna,
ich hoffe,
dass ich morgen rechtzeitig bis acht Uhr zu Hause sein kann. Für den
Fall, dass ich mich verspäte, schicke ich Dir meinen
Wohnungsschlüssel. Bitte mache es Dir bequem und fühle Dich wie zu
Hause. M.
Sein
Wohnungsschlüssel! Welcher Mann gibt dir schon seinen
Wohnungsschlüssel, es sei denn, du kennst ihn sehr gut. Ich fühlte
mich ein wenig beklommen. Er hatte zwar einen sehr lockeren Eindruck auf
mich gemacht, und in punkto Gewichtskontrolle waren wir sozusagen
Gesinnungsgenossen, aber vielleicht war er einer von diesen
Schmalspur-Machos, der von mir erwartete, dass bei seiner Heimkehr schon
das Abendessen (kalorienarm) auf dem Tisch stand, und ich ihn in
luftigem Negligèe und mit einem Glas seines Lieblingswhiskys in der
Hand empfing, wenn er zur Tür herein trat. Ich ließ meiner Fantasie
freien Lauf. Vielleicht ist er sogar ein bisschen abartig, sagte ich mir
und verspürte dabei ein leichtes Unwohlsein. Doch meine Neugier war
stärker. Michael war zweifellos schwer zu durchschauen, er war
intelligent und zugleich romantisch. Deshalb entschloss ich mich nach
vielem Hin und Her, die Verabredung einzuhalten.
Am Abend des
nächsten Tages stand ich um fünf Minuten nach acht vor seiner
Wohnungstür und drückte auf die Klingel. Keine Antwort. Herrgott noch
mal, wenn der Kerl wirklich so gefühlvoll war, und wenn er sich
tatsächlich so auf diesen Abend gefreut hatte, dann musste er es doch
wohl schaffen, vor acht aus dem Büro weg zu kommen! Ich klingelte noch
einmal. Er ist vielleicht ein Charmeur, sagte ich mir, aber sehr
rücksichtsvoll ist er nicht. Wieder stieg in mir jenes ungute Gefühl
hoch. Da vernahm ich in meinem Inneren eine Stimme: er hat einen sehr
verantwortungsvollen Beruf, und wir haben uns unter ganz normalen
Umständen kennen gelernt. Na los, schließ schon die Tür auf! Ich
drehte den Schlüssel im Schloss um, und als die Tür aufsprang, empfing
mich eine nahezu totale Finsternis. Nur zwei einsame Kerzen verbreiteten
ein flackerndes Licht. An einer lehnte ein Zettelchen. Er ist
tatsächlich nicht ganz richtig im Kopf, sagte ich mir und spürte, wie
mich die Panik packte. Eine Hälfte von mir wäre am liebsten
fluchtartig zur Tür hinaus gerannt, aber die andere drängte mich,
vorsichtig, ganz vorsichtig dorthin zu gehen, wo der Zettel auf mich
wartete. Auf ihm standen die Worte:
TRAU DICH! TRITT
NÄHER!
Langsam
gewöhnten sich meine Augen an das Dämmerlicht. Ich vernahm gedämpfte
Musik. Wenn er sich mit mir irgendeinen Scherz erlaubt..., sagte ich mir
und machte ein paar vorsichtige Schritte in die Richtung, aus der
Roberta Flacks Stimme zu mir drang. Es fiel mir auf, dass die ganze
Wohnung vom Schimmer vieler kleiner Kerzen erhellt wurde. Ich folgte dem
Pfad, den mir die Musik wies, und trat ins Schlafzimmer. Eine
Kristallvase mit langstieligen weißen Rosen glitzerte im sanften Schein
der Kerzen. "Ah, da bist du ja!" sagte Michael und trat aus
dem Badezimmer. Er trug Jeans und einen cremefarbenen Kaschmirpullover,
der hauchdünn wirkte. "Ich freue mich darüber", fuhr er
fort," dass du anscheinend ganz instinktiv den richtigen Weg
findest. Komm, lass uns ins Wohnzimmer gehen und erst einmal einen Drink
nehmen."
Kaum hatte ich
ein Glas vom kältesten Champagner meines Lebens getrunken, da lachten
Michael und ich auch schon über meine Ängstlichkeit. Meine innere
Anspannung schmolz dahin, bis ich mich völlig entspannt fühlte.
"Möchtest
du nicht ein Bad nehmen?" fragte Michael ein wenig später.
"Aber ich habe gerade gebadet!" protestierte ich. "Aber
bestimmt nicht so", sagte er und zog mich hinter sich ins
Badezimmer. Während er das Wasser einließ, streute er einige
Rosenblätter hinein. Dazu kam eine azurblaue Flüssigkeit, die einen
duftenden Schaum ergab. "Du wirkst wie ein Alchimist", sagte
ich. Er ging kurz hinaus, um sich einen weichen Hausmantel anzuziehen.
Als ich mich in das duftende bläuliche Wasser gleiten ließ, setzte er
sich zu mir auf den Rand der Badewanne. In meiner Reichweite stand auf
einem kleinen Tisch eine schlichte Vase mit einer einzigen Rose und ein
Tablett mit kleinen weißen Schälchen, in denen dunkler Kaviar
glitzerte. ( 57 Kalorien pro Unze, stand auf einem Kärtchen, das
daneben lag.) Michael hielt mir immer wieder das Champagnerglas an die
Lippen. Nach einer Weile ließ auch er sich ins Wasser gleiten.
Viel später, in
den saubersten, weichsten und weißesten Bettlaken, umweht vom Duft der
allerschönsten weißen Rosen, zeigte er mir, wie himmlisch er sich auf
die Liebe verstand.
In dieser Nacht
machte ein Mann zum ersten Mal richtig Liebe mit Joanna. Joanna war
schon vorher mit anderen Männern ins Bett gegangen, aber Michael war
der erste Mann, der ihr bei der Liebe das Gefühl gab, dass er sie
meinte, dass nur sie für ihn zählte. Er ließ ihre
Wunschträume in Erfüllung gehen, indem er ihr zeigte, wie total,
fantasievoll und vollkommen die Liebe sein kann. Doch das war noch nicht
alles! Nach jenem irrsinnig schönen Wochenende lernte Joanna Michael
allmählich besser kennen, und sie begriff, dass auch er von ihr in der
Liebe einiges erwartete. Ein paar Wochen später sagte er ihr auch
unumwunden: "Morgen ist ein ganz besonderer Tag. Wenn wir abends
ins Bett gehen, bist du dran!"
Es war das erste
Mal, dass ein Mann Joanna zu verstehen gab, sie solle in der Liebe
tonangebend sein, die Führungsrolle übernehmen, weil er nicht immer
derjenige sein wollte, bei dem alle Verantwortung lag. Sie hatte nicht
das geringste dagegen einzuwenden. "Ich nehme die Herausforderung
an!" sagte sie zu Michael.
Ich finde diese
Geschichte wahnsinnig romantisch. Wem von euch die Geschichte auch
gefallen hat, wird interessieren, wie es weiter geht.
Hier geht es zu:
Joannas Geschichte

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